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Gebetsfahnen vor dem Leh-Palast, Ladakh
Wachheit ist der Weg zum Leben.

– Buddha Shakyamuni (Dhammapada, zitiert aus Osho, Bewusstheit)

Diese Seite beschäftigt sich mit dem tibetischen Buddhismus – insbesondere mit dem Tantrayana, dem Pfad der Transformation. Ich möchte auf dieser Seite einen Überblick geben, undogmatische Informationen bereitstellen. Außerdem werde ich Herbst/Winter 2026 Kurse in zwei Praktiken aus dem tibetischen Erfahrungsschatz anbieten: Tsa Lung und Tog Chöd aus dem Tantrayana, wie sie von Tulku Lobsang Rinpoche gelehrt werden.

Hintergrund aller buddhistischen Praktiken ist die Beobachtung, dass unser Geist in seinem alltäglichen Zustand mehr Leid als Glück erzeugt. Er ist getrübt von Anhaftung an das, was wir begehren; von Abneigung gegen das, was wir nicht mögen; von Unwissenheit über die wahre Natur der Dinge; von Stolz, der uns von anderen trennt; und von Eifersucht, die uns das Glück anderer schwer ertragen lässt. Aus diesen Wurzeln entsteht – oft ohne dass wir es bemerken – ein Großteil unseres täglichen Leidens.

Buddha vergleicht diesen Zustand mit Schlaf oder Traum. Wir sind gefangen innerhalb unserer eigenen Vorstellungen und Konzepte – unzufrieden, suchend, erschöpft, im eigenen Gedankenstrom verloren. Den äußeren Bedingungen ausgeliefert wie ein Schiff den Wellen des Ozeans.

Das muss nicht so sein. Buddha erkannte, dass die wahre Natur des Geistes offen, weit, rein und klar ist – erfüllt von Frieden und Glückseligkeit. Ohne jegliche Voraussetzungen oder Bedingungen im Außen. Wir sind nicht das Schiff. Wir sind nicht die Wellen. Wir sind der Ozean selbst. Dies ist die Wachheit, von der er spricht. Dies ist Lebendigkeit.

Buddhas Einsicht geht dabei über selbstbezogenes Glück hinaus. Er erkannte, dass alles miteinander verbunden ist – kein Wesen existiert für sich allein. Daraus entsteht der natürliche Wunsch, dass alle Wesen diesen Zustand erfahren mögen. Das Streben nach eigenem Erwachen und der Wunsch nach dem Wohl der anderen sind dabei kein Widerspruch – sondern Ausdruck derselben Einsicht.

Der Buddhismus beschäftigt sich mit den Grundlagen dieses Weges – und mit Praktiken, die es ermöglichen, die wahre Natur des Geistes zu erkennen. Tsa Lung und Tog Chöd sind solche Praktiken: lebendig, zeitlos, zugänglich.

Wolkenspiegelung im Tsokar-See, Ladakh
Weisheitsschwert

Praxis als Weg

Erkenntnis allein genügt nicht. Buddha selbst betonte, dass der Weg nicht im Verstehen endet – sondern im Verwirklichen. Der Unterschied zwischen dem Wissen, dass wir der Ozean sind, und dem tatsächlichen Erleben dieser Wachheit ist der Unterschied zwischen dem Finger, der auf den Mond zeigt, und dem Mond selbst.

Der Körper ist dabei kein Hindernis – sondern der Zugang. Er ist immer im gegenwärtigen Augenblick. Im Gegensatz zum Verstand kennt er keine Vergangenheit und keine Zukunft. Durch bewusste Bewegung und Atem kehren wir dorthin zurück, wo Erkenntnis nicht gedacht, sondern erlebt wird. Dies ist der Weg des Tantrayana.

Dass Körper und Geist sich wechselseitig beeinflussen, erfahren viele Menschen im Sport oder in der Natur – doch dort geschieht es meist zufällig, als Nebeneffekt. Tsa Lung und Tog Chöd machen genau diesen Zusammenhang zur bewussten Praxis.

Tsa Lung und Tog Chöd sind tantrische Methoden, die durch Bewegung, Atem und Gegenwärtigkeit eine Brücke vom Körper zum Geist bilden.

Kloster Lamayuru, Ladakh
Weisheitsschwert

Tsa Lung

Der Geist ist der Reiter, der Atem ist das Pferd.
Ist das Pferd lahm, kommt der Reiter nicht voran.
Ist der Reiter blind, weiß das Pferd nicht, wohin es laufen soll.

– Tibetische Überlieferung

Tsa Lung ist eine tibetische Energiepraxis aus dem Tantrayana. Tsa bedeutet Kanal – die feinstofflichen Energiekanäle des Körpers. Lung bedeutet Wind – die innere Lebensenergie, die darin fließt. Wenn der Wind frei fließt, fließt der Geist. Wenn die Kanäle blockiert sind, entstehen energetische und geistige Blockaden.

Im Tantrayana werden Gedanken als Ergebnis des subtilen inneren Windes betrachtet. Je ungebändigter der Wind, desto ungestümer die Gedanken. Das ist der Kern einer Einsicht, die unserer westlichen Denkweise fremd ist: Wir versuchen den Geist direkt zu verändern – mit Konzepten, Vorsätzen, Willenskraft. Eine mühsame und oft erfolglose Strategie.

Aus Sicht des Tantrayana setzen wir damit am falschen Ende an. Der Geist ist der Reiter – aber er kommt nur dorthin, wohin das Pferd ihn trägt. Ein wildes Pferd trägt den Reiter, wohin es will. Ein gezähmtes Pferd folgt der Lenkung des Reiters.

Tsa Lung arbeitet nicht mit dem Geist – sondern mit dem Pferd. Durch Atem, Visualisierung und gezielte Bewegung werden Blockaden in den Kanälen gelöst, der Wind beruhigt und gelenkt. Der Geist wird ruhiger und klarer – nicht als Ergebnis von Willensanstrengung, sondern als natürliche Folge eines frei fließenden Windes.

Gerstenfeld in Photoksar, Zanskar, Ladakh
Weisheitsschwert

Tog Chöd

Tog Chöd ist eine Art zu meditieren, ohne zu meditieren.

– Tulku Lobsang Rinpoche

Tog Chöd ist eine Methode der inneren Transformation – von negativen Emotionen und Gedankenmustern hin zu einem klaren, präsenten Geisteszustand. Es ist eine dynamische Bewegungspraxis mit einem Schwert – dem Symbol für unsere angeborene Weisheit.

Tog bedeutet Gedanke, Chöd bedeutet schneiden. Tog Chöd durchschneidet den unablässigen Strom unserer Gedanken und Emotionen und enthüllt die Stille darunter.

Obwohl wir auf den ersten Blick mit dem Körper arbeiten, trainieren wir durch Tog Chöd letztendlich unseren Geist. Diese Praxis hilft uns dabei, unseren Geist zu beruhigen und zu klären, um in den gegenwärtigen Moment einzutreten. Eine abschließende Sitzmeditation vertieft die Qualitäten, die durch die Bewegung geweckt wurden.

Tog Chöd wurde von Tulku Lobsang Rinpoche auf Basis der tantrischen Lehren für die heutige Zeit entwickelt. Viele von uns verbringen ihre Tage im Sitzen – am Schreibtisch, im Auto, auf dem Sofa – und nutzen überwiegend ihren Intellekt. Dabei bleiben wichtige Qualitäten des Körpers oft auf der Strecke – seine Dynamik, seine Präsenz. Gleichzeitig erfahren wir oft nur die unruhige, aufgewühlte und suchende Seite des Geistes, während wir seine Aspekte von Klarheit, Stille und Weisheit kaum noch kennen.

In unserer schnelllebigen Zeit benötigen wir ebenso schnelle und effiziente Methoden, die leicht zugänglich sind. Tog Chöd ist eine großartige Form, unseren Körper zu aktivieren und unseren Geist zu beruhigen.

World Peace Stupa, Ladakh
Weisheitsschwert

Linie von Tulku Lobsang Rinpoche

Tulku Lobsang Rinpoche ist ein hoher buddhistischer Meister aus Tibet. Er lehrt die Methoden des tibetischen Buddhismus in einer zugänglichen Form, die für uns westliche Menschen sowohl praktikabel als auch tief wirksam ist.

Er wurde 1976 in den Bergen des Himalaya geboren und trat bereits mit sechs Jahren in eine buddhistische Klosterschule ein. Mit dreizehn wurde er als achte Inkarnation des Tulku Nyentse inthronisiert. In den folgenden Jahren erhielt er Schulungen bei insgesamt 35 großen Meistern in Tibet, Bhutan und Indien – in allen Haupttraditionen des tibetischen Buddhismus.

Er ist ein Meister von Tummo – der Praxis des inneren Feuers – und tief vertraut mit weiteren tantrischen Methoden. Tog Chöd hat er selbst auf Basis der tantrischen Überlieferungen für die heutige Zeit entwickelt. Lu Jong und Tsa Lung sind vorbereitende Praktiken für Tummo, die er von seinen Lehrern empfangen hat und in einer für westliche Menschen verständlichen Form weitergibt. Seit 2000 bereist Rinpoche die Welt, um die Weisheit seiner Tradition weiterzugeben.

Tulku Lobsang Rinpoche steht in einer ununterbrochenen Linie von Meistern seit Buddha. Seine Lehren vereinen daher Authentizität, Weisheit und Mitgefühl mit lebendiger Praxis. Er vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern direkte Erfahrung – Methoden, die wirklich transformieren. In Tibet waren viele dieser Unterweisungen nur einem kleinen Kreis von Praktizierenden zugänglich. Dass sie heute in einer für westliche Menschen verständlichen Form verfügbar sind, ist ein außergewöhnliches Geschenk.

Die Praktiken auf dieser Webseite entstammen seiner Linie. In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Unterweisungen bei ihm erhalten – live und online – und diese in meiner eigenen Praxis vertieft. Tsa Lung erlerne ich nun direkt bei ihm in der Lehrerausbildung. Tog Chöd erhalte ich durch zwei seiner langjährigen Schüler, die mich in seiner Tradition ausbilden. Beide Ausbildungen schließe ich im Herbst/Winter 2026 ab.

Mehr über sein Leben und Wirken: tulkulobsang.org

Kloster Phuktal in Zanskar, Ladakh
Weisheitsschwert
Mögen alle Wesen glücklich sein und die Ursachen des Glücks verwirklichen.
Weisheitsschwert